Das große Geheimnis einer Häsin

Ich möchte gerne die Geschichte einer Häsin erzählen, die mich selbst sehr überrascht hat. Süße und ihr Bruder Klopfer kamen in unsere Familie, da waren sie noch sehr jung. Ein Arbeitskollege meines Bruders wollte sie loswerden und notfalls anderweitig entsorgen, wenn er sie nicht vermittelt bekam. Mein Bruder nahm die beiden also mit und dachte, beide wären männlich. Als Süße ein Nest baute, wurde schnell klar, das Süße ein Weibchen ist und grade ein Nest für ihre Jungen vorbereitet. Es wurden zwei Jungs geboren, die leider nicht alt wurden. Mein Hase Phoebus vertrug die Kastration nicht und verstarb kurz danach. Klopfer wurde kastriert und nachdem sich mein Bruder nicht mehr um die Hasen kümmerte, nahm ich sie unter meine Obhut und zogen auch mit mir und meinem Mann in die erste gemeinsame Wohnung. Süße hatte ein sehr schönes Leben mit viel Auslauf und immer an ihrer Seite Klopfer. Mit 8 Jahren verstarb Süße, sie wurde eingeschläfert, da es ihr einfach nicht gut ging, sie lag nur noch da und fraß nicht mehr. Ihr Bauch war hart. Sie wurde geröngt und warf bei den 3 Fachärzten Fragen auf: "Ist ihr Hase Knochen?" "Nein, natürlich nicht!" Süße wurde erlöst und erbat eine Obduktion. Und was sich mir da offenbarte, war so unglaublich. Die Ärztin führte mich herein und sah Süße auf dem Tisch liegen, die grade genäht wurde. Auf dem Tisch neben ihr lag ein weißer Kokon. Ich erbat ein Skalpell und eröffnete mit etwas Schwierigkeiten das kalthaltige und harte Gebilde. Zum Vorschein kam ein Hasenbaby, das einfach nicht geboren wurde, im Mutterleib verstorben war und das kleine Geheimnis von Süße war.

Meerschweinchenranch Wiesbaden - wilder Sauhaufen - Nadine Vervoort