die meist gestellten Fragen

Die meist gestellten Fragen an die Meerschweinchen- Ranch

 

1. Wie groß sollte ein Meerschweinchen- Käfig sein?

 

Antwort: Man sollte sich immer vor Augen halten, wie die Vorfahren der Meerschweinchen in den Anden leben. Ihr Revier sind viele Kilometer groß und wenn wir dann zwei Meerschweinchen in einen 1 Meter Käfig setzen, ist das schon ziemlich beengend. Ich sage gerne, je größer der Käfig oder der Stall umso besser. Man kann aber sagen, daß 120 cm für zwei Tiere in Ordnung sind und am Besten, wenn sie noch Auslauf bekämen.

 

2. Was braucht ein Meerschweinchen?

 

Antwort: Geht man in ein Zoogeschäft, sieht man die schönsten Sachen für Nagetiere. Salszlecksteine, Häuser in verschiedenen Formen und Größen, Futternäpfe, Trinkflaschen mit Nippel oder Kugellager, Heuraufen, Karottenhalter, Holzbrücken, Kuschelsäcke oder Raschelröhren usw. Ich denke, jeder sollte selbst wissen, was er seinem Meerschweinchen anbieten möchte. Unsere Meerschweinchen leben "wild" und in den Anden gibt es keine Hängematten oder Karottenhalter :-)

 

3. Was fütter ich meinem Meerschweinchen?

 

Antwort: Meerschweinchen müssen ständig fressen, damit ihr Verdauungstrakt in Takt bleibt. Meerschweinchen aus der Innenhaltung würde ich Trockenfutter empfehlen, wo wenige Körner beinhaltet sind. Körner machen die Tiere und Organe fett und so kann die Lebenserwartung geringer werden oder sind schneller krank. Ein bis zwei Eßlöffel am Tag pro Tier reichen völlig aus. Vitamine und Heu hingegen sind das Wichtigste und kann mehrmals am Tag verfüttert werden. Kohlarten oder Kartoffeln sollten gemieden werden. Eine Hand Kopfsalat ist hingegen ab und an problemlos. Da die Zähne ein lebenlang wachsen, sollten sie die Möglichkeit haben diese abzuwätzen. Als Leckerlie mal einen harten Brotkanten, aber am Besten sind Obstbaumäste.

 

4. Mein Meerschweinchen ist krank, was tun?

 

Antwort: Manchmal kann es eine Kleinigkeit sein, machmal ist es auch was bedrohliches. Lieber auf Nummer Sicher gehen und einen Tierarzt benachrichtigen. Gerne können Sie auch uns kontaktieren und versuche Sie dann so gut es geht zu beraten und Ihren Fall einzuschätzen.

 

5. Kastration eines Böckchens

 

Antwort: Ein Böckchen kann man dann kastrieren lassen, wenn die Hoden gut sichbar sind, also mit 3 Monaten etwa. Es ist eine OP und jede OP ist ein Risiko. Das ein Meerschweinchen nicht mehr aufwacht oder die Kastration nicht überlebt, ist nicht sehr oft. Seit ich Meerschweinchen habe (seit 1994) ist es 5 Mal vorgekommen. Man muß einfach sagen, für einen Bock ist eine Kastration eine Chance und befürworte immer die Kastration, die man auch noch mit 6 Jahren machen kann, wenn das Tier medizinisch gesund und fit ist. Nach der Kastration werden die Tiere mit einer Injektion aufgewacht und brauchen dann noch ca. einen halben Tag bis sie wieder vollkommen wach sind. Sie können dann auch wieder zurück zu ihrer Gruppe oder halten ihn bis zum nächsten Tag getrennt, je nach Zustand und Gruppe. Nach 3 Wochen können die kastrierten Böckchen zu einem Weibchen vergesellschaftet werden.

 

6. Eine Böckchengruppe- Was muß man beachten?

 

Antwort: Eine Böckchengruppe kann funktionieren, ist aber keine Garantie. Sie können einem erwachsenen Böckchen kein weiteres erwachsenes Böckchen dazusetzen. Beide würden sich als Konkurenz sehen und da sich beide nicht nachgeben würden, würde es zum Kampf kommen, der nicht gut ausgehen könnte. Man sollte also immer zu einem erwachsenen Bock einen Jungbock unter 8 Wochen setzen, damit sich der Kleine unterordnet und es zu keinen großen Machtkämpfen kommt. Kommen die Buben in die Pubertät, kann es passierten, daß sich die Gemeinschaft so zerstreitet, das man sie nicht mehr zusammen lassen kann.

Daher rate ich immer zu einer profesionellen Beratung und sehr viel Platz, damit sich die Tiere auch aus dem Weg gehen können, wenn die Luft wieder geladen ist. Eine Böckchengruppe kann super klappen, aber es kann auch schief laufen.

 

7. Ich habe ein verwitwetes Meerschweinchen. Ich möchte es nicht alleine lassen, aber nach dem Tier mit der Haltung aufhören.

 

Antwort: Eine der häufigsten Fragen! Der Kreislauf kann nie gebrochen werden, denn in all den Jahren hatte ich mal einen einzigen Fall, wo ein Päärchen einen Sterbeabstand von einer Woche hatten. Doch wie den Kreislauf unterbrechen und sein eigenes Tier nicht abgeben zu müssen? Wir bieten das sozusagen "Leihschweinchen" an. Wenn wir ein passendes Tier da haben, zieht es zu dem verwitweten Tier und verbleibt dort, bis das eigene Tier verstorben ist und bringen dann das Leihschweinchen zurück auf die Ranch. Ich nenne das "Mission". Ich habe schon einige Meerschweinchen auf Mission geschickt und haben dort sozusagen Urlaub gemacht und einem alleinstehenden Schweinchen schöne Stunden bescherrt. Meerschweichen sind Rudeltiere und es ist für sie eine Qual alleine zu sein. Sie sind an ihrem Lebendsabend nicht alleine: haben jemanden zum Kuscheln, zum unterhalten. Und wenn sie ihren letzten Atemzug machen, wissen sie nicht alleine zu sein. Sie brauchen keine Angst haben und können in beschütztem Wissen die Augen schließen.

 

 

 

 

Meerschweinchenranch Wiesbaden - wilder Sauhaufen - Nadine Vervoort